Inhaltsverzeichnis
- Was gehört in eine Kundendatenbank?
- 1. Stammdaten
- 2. Interaktionsdaten
- 3. Transaktionsdaten
- 4. Qualifizierungsdaten
- 5. Service-Daten
- Kundendatenbank in Excel vs. Access vs. Cloud-CRM
- Wann welches Tool?
- Die 5 Schritte zum Aufbau einer professionellen Kundendatenbank
- Schritt 1: Ziele und Datenfelder definieren
- Schritt 2: Bestehende Daten sammeln
- Schritt 3: Daten bereinigen und deduplizieren
- Schritt 4: System wählen und migrieren
- Schritt 5: Pflege-Routinen etablieren
- Wie Salesforce als Kundendatenbank funktioniert
- Nächster Schritt: Ihre Kundendatenbank professionalisieren
- Häufig gestellte Fragen
Eine Kundendatenbank ist die zentrale Sammlung aller Informationen zu Ihren Geschäftskontakten — Kontaktdaten, Kommunikationshistorie, Kaufverhalten und offene Angebote. Sie bildet die Grundlage für jede Form von systematischem Kundenmanagement.
99,7 % der Schweizer Unternehmen sind KMU — doch laut HubSpot (2024) verwalten 40 % der Vertriebsmitarbeitenden ihre Kontakte noch in Tabellen oder E-Mail-Postfächern. Die Folge: Laut dem Validity State of CRM Data Management Report (2025) haben 37 % der befragten Unternehmen durch schlechte Datenqualität Umsatz verloren. Der Schlüssel liegt nicht in der Software — sondern in der Struktur, die Sie Ihren Daten von Anfang an geben.
Das Wichtigste in Kürze
- Datenqualität entscheidet: 37 % der Unternehmen verlieren laut Validity (2025) Umsatz durch schlechte Kundendaten — Duplikate, veraltete Einträge und fehlende Felder kosten mehr als die meisten KMU ahnen.
- 5 Datenebenen: Eine professionelle Kundendatenbank umfasst Stammdaten, Interaktionen, Transaktionen, Qualifizierung und Service — alles verknüpft an einem Ort.
- Schrittweiser Aufbau: In 5 Schritten vom ersten Kontakt zur professionellen Datenbank — ohne Mammutprojekt. Ein begleiteter Quick Start macht Sie in 30 Tagen produktiv.
Dieser Artikel zeigt, welche Felder in eine professionelle Kundendatenbank gehören, vergleicht Excel, Access und Cloud-CRM als Plattformen und führt Sie in fünf konkreten Schritten zum Aufbau. Für den vollständigen Prozess der CRM-Einführung empfehlen wir unseren Leitfaden zur CRM-Einführung.
Was gehört in eine Kundendatenbank?

Eine Kundendatenbank ist mehr als ein digitales Adressbuch oder eine Kundenkartei. Sie verknüpft fünf Datenebenen zu einem vollständigen Bild jedes Geschäftskontakts:
1. Stammdaten
Die Basis — das, was früher auf der physischen Kundenkartei stand:
- Firmenname und Rechtsform
- Ansprechpartner mit Rolle (Entscheider, Influencer, Nutzer)
- Kontaktdaten: Telefon, E-Mail, Adresse
- Branche und Unternehmensgrösse
- Kundennummer oder interne ID
2. Interaktionsdaten
Wann hat wer mit dem Kunden gesprochen — und worüber?
- E-Mails (automatisch zugeordnet)
- Telefonate und deren Zusammenfassung
- Meetings mit Teilnehmern und Ergebnissen
- Notizen aus persönlichen Gesprächen
3. Transaktionsdaten
Das wirtschaftliche Bild: Was kauft dieser Kunde, was steht offen?
- Angebote (offen, gewonnen, verloren)
- Aufträge und Rechnungen
- Umsatzhistorie und Kaufverhalten
- Vertragslaufzeiten und Verlängerungsdaten
4. Qualifizierungsdaten
Wo steht dieser Kontakt im Verkaufsprozess?
- Lead-Quelle (Website, Messe, Empfehlung)
- Phase im Sales Funnel
- Erwarteter Abschlusswert und -zeitpunkt
- Nächster geplanter Schritt
5. Service-Daten
Wie zufrieden ist der Kunde — und gibt es offene Themen?
- Support-Anfragen und deren Status
- Reklamationen und Lösungen
- Kundenzufriedenheitswerte
- Vertragliche SLAs
Die Stärke einer professionellen Kundendatenbank liegt in der Verknüpfung dieser Ebenen. Wenn ein Vertriebsmitarbeiter einen Kunden anruft, sieht er nicht nur die Telefonnummer — sondern die letzte Bestellung, die offene Service-Anfrage und den nächsten geplanten Termin. Laut McKinsey sind datengetriebene Unternehmen 23-mal erfolgreicher bei der Kundengewinnung und 6-mal besser bei der Kundenbindung als ihre Wettbewerber.
Kundendatenbank in Excel vs. Access vs. Cloud-CRM

Nicht jede Kontaktverwaltung muss von Anfang an ein Enterprise-CRM sein. Die richtige Lösung hängt von Teamgrösse, Kontaktvolumen und Prozessanforderungen ab:
| Kriterium | Excel / Google Sheets | Microsoft Access | Cloud-CRM (z. B. Salesforce) |
|---|---|---|---|
| Geeignet für | 1–2 Personen, unter 100 Kontakte | 1–5 Personen, bis 1’000 Kontakte | Ab 3 Personen, unbegrenzt skalierbar |
| Kosten | Kostenlos | Einmalig (Office-Lizenz) | Ab 25 USD/Nutzer/Monat |
| Mehrbenutzerzugriff | Eingeschränkt (Versionskonflikte) | Lokal möglich, nicht cloud-fähig | Echtzeit, rollenbasiert, von überall |
| Duplikaterkennung | Keine | Eingeschränkt (manuelle Abfragen) | Automatisch |
| Automatisierung | Keine | Eingeschränkt (Makros) | Workflows, Erinnerungen, E-Mails |
| Reporting | Manuelle Pivot-Tabellen | Berichte und Formulare | Echtzeit-Dashboards |
| Kommunikationshistorie | Nicht möglich | Nicht integriert | E-Mail, Telefon, Meetings — automatisch |
| Skalierbarkeit | Bricht ab ~100 Kontakten | Bricht ab ~1’000 Kontakten | Von 50 bis 500’000 Kontakte |
| DSGVO-Konformität | Kaum auditierbar | Eingeschränkt | Audit Trail, Consent Management, Lösch-Workflows |
Wann welches Tool?
Excel reicht, solange eine Person eine überschaubare Kontaktliste pflegt und keine Verkaufschancen tracken muss. Mehr zu den konkreten Warnsignalen, dass Tabellen an ihre Grenzen stossen, zeigt unser Artikel zur Kundenverwaltung mit Excel.
Access war lange die Zwischenstufe — mehr Struktur als Excel, aber ohne Cloud-Zugriff und ohne Integration in moderne Kommunikationstools. Heute ist Access für neue Kundendatenbanken selten die richtige Wahl: Cloud-CRM-Systeme bieten mehr Funktionalität bei weniger Wartungsaufwand.
Cloud-CRM ist der Standard für wachsende Unternehmen. Laut DemandSage (2025) setzen bereits 91 % der Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitenden ein CRM-System ein. Der Grund: Ein CRM verknüpft Kontaktverwaltung, Kommunikationshistorie, Pipeline-Management und Reporting in einem System — statt in vier verschiedenen Tools.
Die 5 Schritte zum Aufbau einer professionellen Kundendatenbank

Schritt 1: Ziele und Datenfelder definieren
Bevor Sie ein Tool wählen, klären Sie zwei Fragen:
- Wofür brauchen Sie die Datenbank? Nur Kontaktverwaltung? Pipeline-Tracking? Reporting für die Geschäftsleitung?
- Welche Felder sind Pflicht? Definieren Sie die Mindestfelder pro Kontakt — alles andere kommt später.
Ein typisches Starterset für ein KMU:
| Feld | Pflicht? | Beispiel |
|---|---|---|
| Firmenname | Ja | Muster AG |
| Ansprechpartner | Ja | Anna Keller, Vertriebsleiterin |
| Ja | a.keller@muster.ch | |
| Telefon | Ja | +41 44 123 45 67 |
| Lead-Quelle | Ja | Website-Formular |
| Phase | Empfohlen | Qualifizierung |
| Nächster Schritt | Empfohlen | Demo am 15.03. |
| Geschätzter Wert | Optional | CHF 12’000 |
Statt eines 50-seitigen Pflichtenhefts reicht für die Ersteinführung ein fokussiertes Set. Erfahrungsgemäss wachsen die Anforderungen ohnehin — besser schlank starten und iterativ erweitern.
Schritt 2: Bestehende Daten sammeln
Kundendaten liegen selten an einem Ort. Typische Quellen in KMU:
- Excel-Tabellen (oft mehrere Versionen)
- Outlook- oder Gmail-Kontakte
- E-Mail-Postfächer (versteckte Informationen in E-Mail-Threads)
- ERP-Systeme
- Visitenkarten und handschriftliche Notizen
- LinkedIn-Kontakte
Erstellen Sie eine Bestandsaufnahme: Welche Quelle enthält wie viele Datensätze und welche Felder? Das ist die Grundlage für das spätere Feld-Mapping.
Schritt 3: Daten bereinigen und deduplizieren
Dies ist der zeitaufwendigste, aber wichtigste Schritt. Laut einer Plauti-Analyse von über 12 Milliarden Salesforce-Datensätzen (2021) sind mehr als 45 % aller manuell erfassten Einträge Duplikate. In gewachsenen Excel-Listen liegt die Rate erfahrungsgemäss noch höher.
Bereinigungscheckliste:
- Duplikate identifizieren und zusammenführen (gleicher Kontakt, unterschiedliche Schreibweisen)
- Veraltete Einträge entfernen (Firma existiert nicht mehr, Ansprechpartner gewechselt)
- Formate vereinheitlichen (Telefonnummern, PLZ, Firmennamen)
- Pflichtfelder auffüllen oder Einträge ohne Mindestdaten aussortieren
- Datenqualität dokumentieren (wie viele Einträge bereinigt, zusammengeführt, gelöscht?)
Planen Sie mindestens 30 % der Projektzeit für die Bereinigung ein. Saubere Daten beim Start ersparen monatelanges Nacharbeiten.
Schritt 4: System wählen und migrieren
Auf Basis der Ziele aus Schritt 1 und des Datenvolumens aus Schritt 2 wählen Sie das passende Tool (siehe Vergleichstabelle oben). Für die meisten wachsenden KMU ist ein Cloud-CRM die zukunftssichere Wahl.
Migration in drei Teilschritten:
- Feld-Mapping: Welche Excel-Spalte wird welchem CRM-Feld zugeordnet?
- Testimport: 50 Kontakte importieren, Zuordnungen prüfen, Fehler korrigieren
- Vollimport: Nach erfolgreicher Validierung den gesamten Datenbestand migrieren
Schritt 5: Pflege-Routinen etablieren
Eine Kundendatenbank ist nur so gut wie ihre Pflege. Laut dem Validity Report (2025) sagen 76 % der befragten CRM-Nutzer, dass weniger als die Hälfte ihrer Daten korrekt und vollständig ist. Die Ursache: fehlende Pflege-Routinen nach der Einführung.
Vier Routinen, die den Unterschied machen:
- Eingabestandards definieren: Wie wird ein neuer Kontakt erfasst? Welche Felder sind Pflicht? Welche Namenskonventionen gelten?
- Verantwortlichkeiten klären: Wer pflegt welche Datensätze? Wer prüft regelmässig die Datenqualität?
- Regelmässige Bereinigung: Quartalsweise Duplikat-Check und Aktualisierung veralteter Einträge
- Automatisierung nutzen: Duplikaterkennung, Pflichtfeld-Validierung und Erinnerungen bei unvollständigen Datensätzen — Funktionen, die ein CRM bietet, Excel aber nicht
Wie Salesforce als Kundendatenbank funktioniert

Salesforce ist das weltweit meistgenutzte CRM-System — laut DemandSage (2025) mit 31 % globalem Marktanteil. Für KMU, die ihre erste professionelle Kundendatenbank erstellen, ist die Starter Suite (ab 25 USD/Nutzer/Monat) der Einstiegspunkt.
Was Salesforce als Kundendatenbank leistet:
- Accounts und Kontakte: Strukturierte Firmendaten mit beliebig vielen Ansprechpartnern, Rollen und Hierarchien
- Automatische Duplikaterkennung: Das System erkennt potenzielle Duplikate beim Erstellen neuer Einträge — ein Problem, das in Excel-Listen systematisch unerkannt bleibt
- Kommunikationshistorie: Outlook- oder Gmail-Integration ordnet E-Mails automatisch dem richtigen Kontakt zu
- Opportunities (Verkaufschancen): Jeder potenzielle Auftrag hat eine Phase, einen Wert und einen nächsten Schritt — die Pipeline wird in Echtzeit sichtbar
- Dashboards: Pipeline-Wert, offene Aufgaben, Aktivitäten pro Mitarbeiter — auf einen Blick, automatisch aktualisiert
- Zugriffsrechte: Rollenbasierte Berechtigungen bis auf Feldebene — DSGVO-konform und auditierbar
Ein typisches Szenario: Ein KMU mit 8 Vertriebsmitarbeitenden verwaltet 500 Kontakte in drei verschiedenen Excel-Dateien. Nach der Migration in Salesforce existiert eine zentrale Datenbank mit bereinigten Daten. Jeder Mitarbeiter sieht seine Kontakte, die offenen Verkaufschancen und die Kommunikationshistorie. Die Geschäftsleitung hat erstmals eine verlässliche Pipeline-Übersicht. Wie professionelles Kundenmanagement den gesamten Vertriebsprozess verändert, beschreibt unser separater Leitfaden.
Nächster Schritt: Ihre Kundendatenbank professionalisieren
Sie verwalten Ihre Kunden noch in Excel oder Outlook? Unser Salesforce Quick Start bringt Sie in 30 Tagen von der Tabelle zum professionellen CRM — inklusive Datenmigration, Konfiguration und Team-Schulung. Ab CHF 5’000.
Statt eines klassischen Implementierungsprojekts (CHF 30’000–80’000, 3–6 Monate) liefern wir das Wesentliche in 30 Tagen. Und wenn Ihr Team nach 30 Tagen nicht produktiv arbeitet? Dann bleiben wir dran — ohne Mehrkosten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Kundendatenbank?
Eine Kundendatenbank ist die zentrale Sammlung aller Informationen zu Ihren Geschäftskontakten — Kontaktdaten, Kommunikationshistorie, Kaufverhalten und offene Angebote. Sie bildet die Grundlage für systematisches Kundenmanagement und ermöglicht es, Kundenbeziehungen datenbasiert zu steuern.
Welche Daten gehören in eine Kundendatenbank?
Eine professionelle Kundendatenbank enthält Stammdaten (Firma, Ansprechpartner, Kontaktdaten), Interaktionsdaten (E-Mails, Anrufe, Meetings), Transaktionsdaten (Angebote, Aufträge, Rechnungen), Qualifizierungsdaten (Lead-Quelle, Phase im Verkaufsprozess) und Service-Daten (offene Anfragen, Zufriedenheit).
Wie baue ich eine professionelle Kundendatenbank auf?
In fünf Schritten: Zuerst Ziele und Datenfelder definieren, dann bestehende Daten aus allen Quellen sammeln, anschliessend bereinigen und deduplizieren, das passende System wählen und schliesslich migrieren, schulen und kontinuierlich pflegen.
Wann sollte ich von Excel auf ein CRM-System wechseln?
Sobald mehr als zwei Personen regelmässig mit Kundendaten arbeiten, die Kontaktliste über 50 bis 100 Einträge hinauswächst oder automatisierte Erinnerungen und Pipeline-Tracking benötigt werden. Laut einer Plauti-Analyse enthalten über 45 Prozent aller manuell erfassten CRM-Datensätze Duplikate — ein Problem, das bei Excel-Listen noch gravierender ist.
Was kostet eine professionelle Kundendatenbank?
Einfache Cloud-Tools starten kostenlos, professionelle CRM-Systeme wie Salesforce Starter Suite bei 25 USD pro Nutzer und Monat. Die Implementierung kostet bei einem begleiteten Quick Start ab CHF 5'000. Laut Nucleus Research bringt jeder in CRM investierte Dollar durchschnittlich 3,10 Dollar Ertrag.