Inhaltsverzeichnis
- Was ist Salesforce Experience Cloud?
- Von Community Cloud zu Experience Cloud
- Funktionen und Templates
- Experience Builder: No-Code-Erstellung
- Fünf Template-Typen
- Weitere Schlüsselfunktionen
- Lizenzmodelle und Preise 2026
- Kundenportal-Lizenzen
- Partner- und Ecosystem-Lizenzen
- Drei Portal-Typen in der Praxis
- Kundenportale: Self-Service mit CRM-Kontext
- Partnerportale: Channel Management auf einer Plattform
- Mitarbeiter-Communities: Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit
- Implementierung: Drei Phasen zum Erfolg
- Phase 1: Integration und Grundkonfiguration
- Phase 2: Konfiguration und Go-Live
- Phase 3: Optimierung und Skalierung
- Praxisbeispiele: Experience Cloud im Einsatz
- KUKA: 25 CRM-Systeme auf einer Plattform
- Xcel Energy: 70% digitale Adoption
- Salesforce-Kunden insgesamt
- Fazit: Wann lohnt sich die Experience Cloud?
- Häufig gestellte Fragen
Salesforce Experience Cloud ist die Salesforce-Plattform für digitale Kunden-, Partner- und Mitarbeiterportale. Unternehmen erstellen damit Self-Service-Portale, Partner-Communities, Hilfezentren und B2B-Storefronts — ohne Programmierung, direkt auf Basis ihrer CRM-Daten.
Laut Harvard Business Review versuchen 81% der Kunden, ihr Anliegen selbst zu lösen, bevor sie den Support kontaktieren. Doch die meisten Unternehmen bieten entweder gar kein Portal oder betreiben isolierte Lösungen ohne CRM-Anbindung. Das Ergebnis: doppelte Datenpflege, inkonsistente Kundenkommunikation und Support-Kosten von über $12 pro Interaktion laut Forrester Research — während Self-Service unter $0.25 kostet.
Das Wichtigste in Kürze
- No-Code-Portale auf CRM-Daten: Der Experience Builder erstellt Kundenportale, Partner-Communities und B2B-Storefronts per Drag-and-Drop — alle Portal-Interaktionen fliessen direkt in die Salesforce-Datensätze ein.
- Fünf Templates, ein Framework: Authenticated Portal, Help Center, Service Catalog, Community Portal und Microsites decken die häufigsten Anwendungsfälle ab. Preise starten bei $2 pro Login/Monat.
- Von Community Cloud zu Experience Cloud: Seit dem Rebranding 2021 umfasst die Plattform deutlich mehr als klassische Communities — inklusive Agentforce-Integration für KI-gestützten Self-Service.
Dieser Artikel zeigt Ihnen die Funktionen der Experience Cloud im Detail, vergleicht die Lizenzmodelle mit konkreten Preisen und demonstriert den Nutzen anhand von drei Praxisbeispielen — darunter KUKA mit 25 abgelösten CRM-Systemen. Einen Gesamtüberblick über alle Salesforce-Clouds bietet unser Leitfaden zu den Salesforce-Funktionen.
Was ist Salesforce Experience Cloud?

Salesforce Experience Cloud ist eine Digital-Experience-Plattform (DXP), die direkt in das Salesforce-Ökosystem integriert ist. Sie ermöglicht es Unternehmen, markengerechte digitale Erlebnisse für externe und interne Zielgruppen zu erstellen — Kundenportale, Partner-Communities, Hilfezentren, B2B-Commerce-Sites und öffentliche Websites. Für den reinen E-Commerce-Kanal — B2C-Shops und B2B-Bestellportale — bietet die Salesforce Commerce Cloud eine spezialisierte Plattform mit Composable Storefront und KI-Personalisierung.
Der entscheidende Vorteil gegenüber eigenständigen Portal-Lösungen: Jede Interaktion eines Kunden im Portal — ein geöffnetes Support-Ticket, eine Bestellung, ein Forum-Beitrag — fliesst in Echtzeit in den Salesforce-Datensatz ein. Sales- und Service-Teams sehen sofort den vollständigen Kontext, ohne zwischen Systemen wechseln zu müssen.
Von Community Cloud zu Experience Cloud
Die Plattform hat eine klare Entwicklungsgeschichte:
- 2010: Chatter als interne soziale Kollaborationsplattform
- 2014: Launch der Community Cloud mit Fokus auf Kunden- und Partner-Communities
- 2021 (Spring ‘21): Rebranding zu Experience Cloud — der erweiterte Funktionsumfang ging weit über klassische Communities hinaus
Wer noch den Begriff «Community Cloud» kennt: Die Technologie ist dieselbe Plattform, nur mit deutlich erweitertem Funktionsumfang. Bestehende Community-Cloud-Implementierungen funktionieren weiterhin und profitieren automatisch von neuen Experience-Cloud-Features.
Funktionen und Templates

Experience Builder: No-Code-Erstellung
Der Experience Builder ist das zentrale Werkzeug der Plattform. Er bietet eine Drag-and-Drop-Oberfläche, mit der Administratoren komplette Portale ohne Programmierkenntnisse erstellen. Vorgefertigte Lightning-Komponenten — Formulare, Dashboards, Suchleisten, Wissensdatenbanken — lassen sich per Klick platzieren und konfigurieren.
Technisch basieren moderne Experience-Cloud-Sites auf dem LWR-Framework (Lightning Web Runtime), das auf aktuellen Web-Standards (HTML, CSS, JavaScript) aufbaut und gegenüber dem älteren Aura-Framework deutlich bessere Performance und Skalierbarkeit bietet.
Fünf Template-Typen
| Template | Einsatzzweck | Typische Nutzer |
|---|---|---|
| Authenticated Portal | Personalisiertes Kundenportal mit CRM-Datensynchronisation und Agentforce-Integration | Kunden, Endanwender |
| Help Center | Self-Service-Wissensportal mit KI-generierten Artikelzusammenfassungen und 24/7-Agentforce-Support | Kunden, Website-Besucher |
| Service Catalog | Konfigurierbarer Servicekatalog mit Workflow-Automatisierung | Mitarbeiter, Kunden |
| Community Portal | Foren, Q&A, Peer-Support und Diskussionsgruppen | Kunden, Partner, Entwickler |
| Microsites | Öffentliche Marken-Websites und Kampagnen-Landingpages | Alle Zielgruppen |
Weitere Schlüsselfunktionen
- Mobile Publisher: Verwandelt Experience-Cloud-Sites in native iOS- und Android-Apps mit Push-Benachrichtigungen, persistentem Login und Standortfunktionen
- Salesforce CMS: Zentralisierte Inhaltsverwaltung — Inhalte lassen sich über mehrere Portale hinweg wiederverwenden und passen sich dynamisch an Nutzerattribute an
- Audience Targeting: Steuert, welche Seiten, Themes und Komponenten pro Nutzergruppe sichtbar sind — personalisiert nach Standort, Gerät und Rolle
- Agentforce-Integration: Seit 2025 lassen sich Agentforce-KI-Agenten direkt in Experience-Cloud-Portale einbetten — für autonomen Self-Service rund um die Uhr
- Analytics: Google Analytics 4-Integration und vorgefertigte Dashboards zur Messung von Portal-Engagement und Self-Service-Erfolgsraten
Lizenzmodelle und Preise 2026

Experience Cloud bietet verschiedene Lizenzmodelle, die sich nach Portaltyp und Zugriffsfrequenz unterscheiden:
Kundenportal-Lizenzen
| Lizenztyp | Login-basiert | Mitglieder-basiert | Inkludierte Features |
|---|---|---|---|
| Customer Community | $2/Login | $5/Mitglied | Portal-Templates, Knowledge, Case Management, Lightning Flows |
| Customer Community Plus | $6/Login | $15/Mitglied | Zusätzlich: Rollen, erweitertes Sharing, Reports & Dashboards, 10 Custom Objects |
Partner- und Ecosystem-Lizenzen
| Lizenztyp | Preis/Mitglied | Inkludierte Features |
|---|---|---|
| Partner Relationship Management | $25/Monat | Deal Management, Channel Analytics, Lead Distribution, Deal Registration |
| Partner Ecosystem Management | $50/Monat | Zusätzlich: Agentforce for Partners, Incentive Compensation, B2B Referrals, 100 Custom Objects |
Alle Preise pro Monat, jährliche Abrechnung. Quelle: Salesforce Pricing (Stand Februar 2026). PRM-Lizenzen erfordern eine Sales-Cloud- oder CRM-Lizenz.
Faustregel Login vs. Mitglied: Wenn ein Nutzer mehr als viermal pro Monat auf das Portal zugreift, ist die Mitgliederlizenz kosteneffizienter. Login-basierte Lizenzen eignen sich für unbekannte Nutzerzahlen oder seltenen Zugriff.
Drei Portal-Typen in der Praxis
Kundenportale: Self-Service mit CRM-Kontext
Kundenportale ermöglichen es Ihren Kunden, Support-Tickets zu erstellen, den Bearbeitungsstatus zu verfolgen und auf eine Wissensdatenbank zuzugreifen — alles ohne Anruf oder E-Mail. Laut Salesforce erreichen Unternehmen mit Experience Cloud eine Self-Service-Auflösungsrate von 75% und reduzieren ihre Gesamtbetriebskosten um 20%.
Konkret bedeutet das: Wenn ein Kunde im Portal ein Ticket öffnet, sieht der zuständige Service-Mitarbeiter in der Salesforce Service Cloud sofort den vollständigen Kontext — bisherige Tickets, Kaufhistorie, offene Verträge. Kein Wechsel zwischen Systemen, keine doppelte Dateneingabe.
Partnerportale: Channel Management auf einer Plattform
Für Unternehmen mit indirektem Vertrieb bietet die Experience Cloud Partnerportale mit Deal Registration, Lead Distribution und Channel Analytics. Partner erhalten Echtzeit-Zugriff auf gemeinsame Opportunities, Co-Marketing-Materialien und Schulungsinhalte — während das Channel-Team in der Salesforce Sales Cloud den vollständigen Pipeline-Überblick behält.
Mitarbeiter-Communities: Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit
Interne Portale vernetzen Teams über Abteilungsgrenzen hinweg. Mitarbeiter teilen Wissen, koordinieren Projekte und greifen auf zentrale Ressourcen zu. In Kombination mit der Communications Cloud entsteht ein umfassendes internes Kommunikationssystem.
Implementierung: Drei Phasen zum Erfolg

Phase 1: Integration und Grundkonfiguration
Die Implementierung beginnt mit der Analyse Ihrer bestehenden Systemlandschaft. Experience Cloud lässt sich über API-Schnittstellen an ERP-Systeme, Datenbanken und weitere Geschäftsanwendungen anbinden. Laut MuleSoft Connectivity Benchmark Report 2024 sind in Unternehmen durchschnittlich nur 28% der Applikationen miteinander verbunden — die Experience Cloud schliesst genau diese Lücke für kundengerichtete Prozesse.
In unseren Kundenprojekten empfehlen wir einen schrittweisen Ansatz: Zuerst ein Pilotportal für einen klar definierten Use Case (z.B. Kunden-Self-Service), dann schrittweise Erweiterung auf Partner und interne Teams.
Phase 2: Konfiguration und Go-Live
Wählen Sie ein Template, passen Sie Branding und Komponenten im Experience Builder an und definieren Sie Zugriffsrechte pro Nutzergruppe. Die Mascoma Bank zeigt, wie schnell das gehen kann: Während der COVID-19-Pandemie baute die Bank laut Salesforce ein komplettes Kreditportal in unter zwei Wochen und verarbeitete darüber 1.000 Kreditanträge in 13 Tagen — ein Volumen, das normalerweise ein ganzes Jahr füllt.
Phase 3: Optimierung und Skalierung
Nach dem Go-Live beginnt die kontinuierliche Verbesserung: Portal-Analytics zeigen, welche Self-Service-Inhalte genutzt werden und wo Nutzer abbrechen. Agentforce-Agenten übernehmen zunehmend Routineanfragen. Gartner prognostiziert, dass Agentic AI bis 2029 80% der gängigen Kundenservice-Anfragen autonom lösen wird — die Experience Cloud mit Agentforce ist darauf ausgelegt.
Praxisbeispiele: Experience Cloud im Einsatz
KUKA: 25 CRM-Systeme auf einer Plattform
KUKA, ein führender Automatisierungskonzern mit rund 2.000 Vertriebsmitarbeitern weltweit, konsolidierte 25 verschiedene CRM-Systeme in einer einzigen Salesforce-Plattform. Das Projekt «OneCRM» wurde innerhalb von 365 Tagen erfolgreich umgesetzt.
Die Experience Cloud (damals noch Community Cloud) dient als zentrales Kundenportal: Kunden öffnen eigenständig Service-Cases und verfolgen deren Status. Der KUKA Marketplace bietet Ersatzteilinformationen und Bestandsdaten rund um die Uhr.
«Ich bin immer wieder auf’s Neue positiv überrascht, wie reibungslos die drei Major Releases von Salesforce jedes Jahr eingespielt werden.» — Manuel Koutecky, Head of Center of Excellence Sales & Service, KUKA
Mittlerweile wurde das my.KUKA-Portal laut OSF Digital auf 60 Länder ausgerollt — mit B2B-Shop und Multi-Cloud-Integration.
Xcel Energy: 70% digitale Adoption
Der US-Energieversorger Xcel Energy erzielte mit seiner Experience-Cloud-basierten Service-App laut Salesforce eine digitale Adoptionsrate von über 70% und steigerte die Kundenzufriedenheit um 14 Punkte. Der Schlüssel: Self-Service-Funktionen, die Kunden tatsächlich nutzen wollen.
Salesforce-Kunden insgesamt
Eine Salesforce-Studie über 3.706 Kunden in 10 Ländern zeigt die messbaren Ergebnisse der Plattform: 32% höhere Kundenzufriedenheit, 27% geringere Support-Kosten und 26% höhere Mitarbeiterproduktivität. Schneider Electric beispielsweise sparte über drei Jahre $2,7 Millionen an IT-Kosten ein und schloss Deals 30% schneller ab.
Fazit: Wann lohnt sich die Experience Cloud?
Die Salesforce Experience Cloud rechnet sich für Unternehmen, die mindestens einen dieser Anwendungsfälle haben: Kunden-Self-Service zur Entlastung des Supports, Partnerportale für den indirekten Vertrieb oder interne Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg. Mit Einstiegspreisen ab $2 pro Login ist die Hürde niedrig — der ROI durch reduzierte Support-Kosten und höhere Kundenzufriedenheit zeigt sich erfahrungsgemäss innerhalb weniger Monate.
Cloud Consultants unterstützt Sie bei der Konzeption, Implementierung und Optimierung Ihrer Experience-Cloud-Portale — von der Template-Auswahl bis zur Agentforce-Integration. Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch, um Ihren konkreten Use Case zu besprechen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Salesforce Experience Cloud?
Salesforce Experience Cloud ist die Salesforce-Plattform für digitale Erlebnisse, mit der Unternehmen Kundenportale, Partner-Communities, Hilfezentren und B2B-Storefronts erstellen. Sie wurde 2021 aus der Community Cloud weiterentwickelt und bietet einen No-Code Experience Builder für die Gestaltung markengerechter Portale.
Was kostet Salesforce Experience Cloud?
Experience Cloud startet bei $2 pro Login oder $5 pro Mitglied und Monat für Customer Community. Customer Community Plus kostet $6 pro Login oder $15 pro Mitglied. Partner Relationship Management liegt bei $25 pro Mitglied. Alle Preise werden jährlich abgerechnet.
Was ist der Unterschied zwischen Community Cloud und Experience Cloud?
Community Cloud war der ursprüngliche Name der Plattform (2014-2021). Mit dem Rebranding zu Experience Cloud im Frühjahr 2021 wurde der Funktionsumfang deutlich erweitert: Neben klassischen Communities umfasst die Plattform nun auch Marken-Websites, B2B-Storefronts, Hilfezentren und Agentforce-Integration.
Welche Templates bietet die Experience Cloud?
Salesforce stellt fünf Hauptvorlagen bereit: Authenticated Portal für personalisierte Kundenportale, Help Center für Self-Service-Wissensportale, Service Catalog für automatisierte Serviceanfragen, Community Portal für Foren und Peer-Support sowie Microsites für öffentliche Websites. Alle basieren auf dem modernen LWR-Framework.
Wie unterscheidet sich die Experience Cloud von der Service Cloud?
Die Experience Cloud erstellt digitale Self-Service-Portale und Communities für Kunden, Partner und Mitarbeiter. Die Service Cloud verwaltet interne Serviceprozesse wie Ticketing und Case Management. Beide ergänzen sich: Die Experience Cloud bildet das Frontend, die Service Cloud das Backend für Kundenservice.